Nahost

Liveticker Iran-Krieg – Trotz Ankündigungen zur Straße von Hormus: Reedereien bleiben vorsichtig

Der Nahostkonflikt hat eine neue Stufe der Eskalation erreicht, seit die USA und Israel einen Angriffskrieg gegen Iran begonnen haben. Iran reagiert auf die Angriffe mit Raketenangriffen auf US-Militärbasen in der Region und auf Israel. Wir berichten über die aktuellen Entwicklungen.
Liveticker Iran-Krieg – Trotz Ankündigungen zur Straße von Hormus: Reedereien bleiben vorsichtig
  • 7.05.2026 12:45 Uhr

    12:45 Uhr

    Israelisches Militär meldet Tötung des Kommandeurs der Radwan-Einheit der Hisbollah

    Das israelische Militär hat in einer Erklärung mitgeteilt, dass es bei einem Angriff auf die südlichen Vororte von Beirut am Mittwoch Ahmad Balut, den Kommandeur der Eliteeinheit Radwan der Hisbollah, getötet habe. Es ⁠handelte sich um den ersten israelischen Angriff auf die libanesische Hauptstadt seit der im vergangenen Monat vereinbarten Waffenruhe, wie die IDF am Donnerstag ‌mitteilten. 

    Sie erklärten außerdem, Muhammad Ali Bazzi, den Leiter der Geheimdienstabteilung der Nasser-Einheit, sowie Hussein Hassan Romani, den Beobachtungsoffizier der Luftabwehr der Hisbollah, getötet zu haben.

    Die Attacke in Beirut gefährdet die ohnehin brüchige Feuerpause zwischen den USA und Iran. Eine Kernforderung Teherans war dabei ein Stopp der israelischen Militäraktionen ​im Libanon.

    Zugleich versucht Israel offenbar, die Gespräche zwischen Iran und den USA zu sabotieren. Laut Ynet sagen israelische Beamte, das entstehende US-Iran-Abkommen würde Israels Ziele hinsichtlich des iranischen Nuklearprogramms, der ballistischen Raketen und des regionalen Stellvertreternetzwerks nicht erfüllen.

    Die Beamten befürchten, dass die Vereinbarung das iranische Raketenarsenal weitgehend unangetastet lassen, Iran Milliarden zurückgeben und israelische Militäroperationen einschränken würde. Eine Quelle bezeichnete das Abkommen sogar als "schrecklich für Israel".

  • 11:45 Uhr

    Trotz Irans Ankündigungen zur Straße von Hormus: Reedereien bleiben vorsichtig

    Reedereien gehen weiterhin vorsichtig vor, wenn es um die Durchfahrt ihrer Schiffe durch die Straße von Hormus geht, nachdem Berichte über eine mögliche Wiederöffnung des wichtigen Öl- und Handelskanals im Zuge von Verhandlungen zwischen Iran und den USA verbreitet wurden.

    Die iranische Revolutionsgarde erklärte am 6. Mai, dass durch "neue Protokolle" eine sichere und stabile Passage durch die Wasserstraße gewährleistet sei. Dies erfolgte kurz nachdem bekannt worden war, dass die USA ein Friedensabkommen vorgeschlagen haben, das derzeit von Teheran geprüft wird.

    Laut iranischen Staatsmedien würden die Betreiber von Schiffen, die durch die Meerenge fahren sollen, eine E-Mail mit Regeln und Vorschriften für die Durchfahrt erhalten. Für den Transit benötigten die Schiffe dann die Erlaubnis einer iranischen Behörde (Persian Gulf Strait Authority) und müssten den Vorgaben folgen, berichtete der staatliche Sender Press TV. Unklar blieb zunächst, wie die Regeln aussehen, wie Iran auf Verstöße reagieren könnte und ob die Gardisten von den Tankern eine Maut fordern.

    Fünf Branchenvertreter – darunter Reeder, Schiffsmanager und Sicherheitsberater – betonten jedoch, es sei noch zu früh und die Lage zu unklar, um den regulären Verkehr wieder aufzunehmen. Zwei von ihnen verwiesen auf einen Angriff auf ein Containerschiff am 5. Mai als Grund für anhaltende Vorsicht. 

    Der internationale Schifffahrtsverband BIMCO erklärte, er benötige zunächst eine offizielle Bestätigung der neuen Transitregeln, bevor er seine Sicherheitsrichtlinien anpassen könne.

    "Die Reeder, mit denen ich gesprochen habe, sagten, sie würden es erst glauben, wenn sie die Transitregeln sehen", sagte Halvor Ellefsen, Direktor des Schiffsbrokers Fearnleys Shipbrokers UK Ltd. in London. "Es ist nicht das erste Mal, dass es ermutigende öffentliche Erklärungen gab, die sich später nicht bewahrheitet haben."

    Am 6. Mai war kein unmittelbarer Anstieg des Schiffsverkehrs zu beobachten. Allerdings kann es mehrere Stunden dauern, bis sich ein möglicher Anstieg in den Schiffsverfolgungsdaten widerspiegelt.

  • 10:55 Uhr

    US-Blockade setzt Irans Ölsektor unter Druck – Teheran sucht Ausweichrouten

    "Die US-Seeblockade stellt eine viel größere Bedrohung dar als selbst ein Krieg, und die gegenwärtige Pattsituation muss durchbrochen werden, denn der Export unseres Öls und unserer Energie sowie das Schicksal unserer Raffinerien sind jetzt gefährdet", sagte Hamid Hosseini, ein Experte für den iranischen Ölsektor und Mitglied des Energieausschusses der iranischen Handelskammer, in einem Interview aus Teheran mit der New York Times.

    Die US-Blockade habe Irans Ölexporte zum Erliegen gebracht und damit lebenswichtige Einnahmen abgeschnitten, berichtet die US-Zeitung. Dem Land drohe nun, an die Grenzen seiner Öllagerkapazitäten zu stoßen. Auch die Einfuhr anderer Güter sei betroffen, sodass Iran gezwungen sei, alternative Routen über Nachbarländer und seine kleineren Häfen am Kaspischen Meer zu suchen.

    Iran fördert normalerweise rund 4 Millionen Barrel Öl pro Tag. Etwa die Hälfte davon wird im Inland verbraucht, der Rest ist für den Export bestimmt. Dieses Exportöl wird sowohl in Tanks an Land als auch auf Tankern im Persischen Golf gelagert. Die entsprechenden Lagerkapazitäten – rund 120 Millionen Barrel an Land, einschließlich der Insel Kharg, sowie etwa 32 Millionen Barrel auf See – können schnell an ihre Grenzen stoßen, da die Blockade die Rückkehr nahezu aller leeren Tanker behindert.

    Nach Einschätzung von Homayoun Falakshahi, Leiter der Ölanalyse beim Rohstoffdatenanbieter Kpler, könnte Iran bei anhaltender Blockade bereits innerhalb von etwa 25 bis 30 Tagen an die Grenzen seiner verfügbaren Öllagerkapazitäten stoßen. Ohne eine Aufhebung der Blockade wäre das Land dann gezwungen, entweder die Produktion deutlich zu drosseln oder zusätzliche Ausweich- beziehungsweise Notlager (zum Beispiel auf Tankern) stärker zu nutzen.

    Ein Beamter des iranischen Ölministeriums erklärte, Iran habe zur Abmilderung der Lagerkrise die Produktion an einigen Ölquellen gedrosselt. Der Beamte, der aufgrund der Sensibilität der Angelegenheit anonym bleiben wollte, schätzte, dass die Lagerkapazitäten an Land und auf See in etwa 40 bis 45 Tagen erschöpft sein werden.

    Vor dem Krieg wurden rund 70 Prozent der iranischen Importe und Exporte über die Häfen an der Südküste abgewickelt. Das Land importiert eine breite Palette an Gütern, darunter Getreide, Medikamente, Elektronik und Industrieanlagen. Die Regierung sucht derzeit nach alternativen Wegen, um die Versorgung von Wirtschaft und Bevölkerung sicherzustellen.

    Iran verfügt über zahlreiche Land- und Seegrenzen – im Westen zur Türkei und zum Irak, im Osten zu Afghanistan und Pakistan sowie im Norden zu Aserbaidschan, Armenien, Turkmenistan und dem Kaspischen Meer –, die nicht von der US-Blockade betroffen sind. Das Land hat begonnen, Waren über den Landweg aus Pakistan und der Türkei zu beziehen, empfängt Lieferungen über das Kaspische Meer aus Russland und nutzt eine Eisenbahnverbindung, die China über Turkmenistan und Kasachstan mit Iran verbindet. 

    "Diese Routen werden die Störungen im Persischen Golf nicht vollständig ausgleichen, aber sie bieten zumindest eine gewisse Entlastung und eine begrenzte Alternative zu den südlichen Häfen", sagte Esfandyar Batmanghelidj, Geschäftsführer der Bourse & Bazaar Foundation, einer in London ansässigen Denkfabrik, die die iranische Wirtschaft analysiert.

  • 10:00 Uhr

    Irans Chefunterhändler: USA wollen Teheran zur Kapitulation zwingen

    Der iranische Parlamentspräsident Mohammed Bagher Ghalibaf hat den USA vorgeworfen, Teheran mit verschiedenen Methoden zur Kapitulation zwingen zu wollen. "Der Feind versucht in seiner neuen Strategie, durch eine Seeblockade, wirtschaftlichen Druck und Medienmanipulation den Zusammenhalt des Landes zu zerstören, um uns zur Kapitulation zu zwingen", sagte Ghalibaf in einer am Mittwoch auf seinem Telegram-Kanal veröffentlichten Botschaft.

    Der Sieg werde Iran zu einer führenden globalen Macht machen. Er rief alle Iraner dazu auf, sich um die Flagge zu scharen und für das Land zu kämpfen.

    Auf einen von den USA vorgelegten Friedensplan, den Teheran eigenen Angaben zufolge noch prüft, ging der einflussreiche Politiker und Chefunterhändler für die Gespräche mit den USA nicht weiter ein.

  • 09:45 Uhr

    Das größte Hindernis für einen Deal ist Trumps Ego

    Präsident Donald Trumps ständige Herabwürdigung der iranischen Führung beunruhigt einige arabische und US-amerikanische Nahost-Experten, berichtet Politico. Sie befürchten, dass solche Beleidigungen ein großes Hindernis für ein tatsächliches Ende des Krieges darstellen könnten, der die Weltwirtschaft belastet hat.

    Trumps Neigung, Groll zu hegen, Gegner lächerlich zu machen und darauf zu bestehen, immer als Sieger hervorzugehen, lässt laut Gesprächen mit zehn aktuellen und ehemaligen US-amerikanischen sowie arabischen Regierungsvertretern wenig Hoffnung darauf, dass die Diplomatie den Krieg tatsächlich beenden könnte.

    Die Diplomaten in der Region verfügen über direkte Erfahrung im Umgang mit Iran und erklärten, dass Gesichtswahrung zwar in jeder diplomatischen Verhandlung wichtig sei, für die Iraner jedoch aus kulturellen und innenpolitischen Gründen eine besonders große Rolle spiele.

    In den vergangenen Wochen bezeichnete Trump iranische Vertreter als "verrückte Bastarde" und "geisteskrank". Er drohte damit, "die gesamte Zivilisation" Irans zu zerstören. Zudem erklärte er wiederholt, die USA hätten Iran in diesem Krieg bereits besiegt.

    Die Iraner hingegen zeigen sich ebenfalls unflexibel. Ein hochrangiger Vertreter eines Golfstaates, der mit den Friedensgesprächen vertraut ist, sagte, Trump wolle unbedingt, dass der Krieg endet. "Aber die Iraner weigern sich bislang, ihm das zu geben, was er braucht, um sein Gesicht zu wahren und sich zurückzuziehen."

  • 08:00 Uhr

    Trumps "Projekt Freiheit" wegen Differenzen mit Saudi-Arabien unterbrochen

    Der US-Sender NBC News berichtet, dass US-Präsident Donald Trump wegen Unstimmigkeiten mit Saudi-Arabien den Marineeinsatz "Project Freedom" zur Wiedereröffnung der blockierten Meerenge von Hormus unterbrochen habe. Saudi-Arabien habe dem US-Militär demnach die Nutzung eines Stützpunkts im Land für die Operation untersagt. Der Sender beruft sich dabei auf zwei nicht genannte US-Regierungsvertreter.

    Trump überraschte die Golfverbündeten, als er am Sonntagnachmittag in den sozialen Medien "Project Freedom" ankündigte, sagten die Beamten, und verärgerte damit die Führung in Saudi-Arabien. Als Reaktion darauf teilte das Königreich den USA mit, dass es dem US-Militär nicht erlauben werde, Flugzeuge vom Luftwaffenstützpunkt Prince Sultan südöstlich von Riad starten zu lassen oder den saudischen Luftraum zur Unterstützung der Operation zu nutzen, berichtete NBC unter Berufung auf die Regierungsvertreter.

    Offenbar habe auch ⁠ein Telefonat zwischen Trump und dem saudischen Kronprinzen Mohammed bin ⁠Salman ​das ⁠Problem nicht lösen ​können.

  • 6.05.2026 22:00 Uhr

    22:00 Uhr

    Damit beenden wir für heute den Live-Ticker zum Iran-Krieg und werden die Berichterstattung am frühen Donnerstagmorgen fortsetzen. Wir wünschen unseren Lesern trotz aller Spannungen in der Welt eine gute Nacht!

  • 21:50 Uhr

    VAE verurteilen "inakzeptables und feindseliges" Verhalten Irans

    Als Reaktion auf eine Erklärung des iranischen Außenministeriums weisen die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) "jegliche Anschuldigungen oder Drohungen zurück, die ihre Souveränität, nationale Sicherheit oder unabhängige Entscheidungsfindung untergraben". Das geht aus einer am Mittwochabend veröffentlichten Erklärung des Außenministeriums der VAE hervor.

    Die Partnerschaften der VAE, heißt es darin weiter, seien eine "rein souveräne Angelegenheit" und jede Rhetorik, die eine direkte oder indirekte Bedrohung für die Sicherheit des Staates, seine Einrichtungen oder seine Einwohner und Besucher darstelle, werde als "inakzeptables Verhalten" betrachtet, das "gegen die Grundsätze der guten Nachbarschaft, die Regeln des Völkerrechts und die Charta der Vereinten Nationen verstößt".

    Zuvor hatte Teheran Abu Dhabi beschuldigt, mit Iran feindlich gesinnten Akteuren zusammenzuarbeiten und ausländische Militärstützpunkte sowie Ausrüstung zu beherbergen, die mit den USA und Israel verbündet sind.

  • 21:07 Uhr

    Macron telefoniert mit Peseschkian

    Der französische Präsident Emmanuel Macron führte am Mittwoch ein Telefongespräch mit seinem iranischen Amtskollegen Massud Peseschkian, in dem er nach der französischen Darstellung seine "tiefe Besorgnis über die anhaltende Eskalation" zum Ausdruck brachte. Die Initiative für das Telefonat ging von Paris aus.

    In einer auf seinem X-Account veröffentlichten Erklärung verurteilte Macron die "unbegründeten Angriffe auf zivile Infrastruktur und mehrere Schiffe der Vereinigten Arabischen Emirate".

    Macron forderte alle Parteien auf, die Blockade der Straße von Hormus "unverzüglich und bedingungslos" aufzuheben und zur "uneingeschränkten Freiheit der Schifffahrt" zurückzukehren.

    "Ich habe den iranischen Präsidenten aufgefordert, diese Gelegenheit zu nutzen, und ich beabsichtige, diese Angelegenheit mit Präsident Trump zu erörtern", fügte er hinzu.

  • 20:50 Uhr

    Trump: "Wir werden sehen", ob Iran einem "zufriedenstellenden" Abkommen zustimmt

    US-Präsident Donald Trump hat sich erneut zu den jüngsten diplomatischen Bemühungen mit Iran geäußert und erklärt, die USA hätten es "mit Leuten zu tun, die sehr an einem Abkommen interessiert sind".

    "Wir werden sehen, ob sie ein für uns zufriedenstellendes Abkommen erzielen können", sagte Trump bei einer Veranstaltung am Mittwoch im Weißen Haus.

    "Wenn sie nicht zustimmen, werden sie kurz darauf doch zustimmen", fügte er hinzu.

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