Russland

20 Millionen Nutzer betroffen: Apple entfernt russischen Messenger MAX aus App Store

Apple hat den nationalen russischen Messengerdienst MAX aus seinem App Store entfernt. Die Maßnahme sei ohne Angaben von Gründen erfolgt, so der russische Minister für digitale Entwicklung. 20 Millionen Nutzer von Apple-Geräten erhalten nun keine Benachrichtigungen mehr über neue Nachrichten und Anrufe.
20 Millionen Nutzer betroffen: Apple entfernt russischen Messenger MAX aus App Store© Urheberrechtlich geschützt

Apple hat den russischen Messengerdienst MAX aus seinem App Store entfernt. Wer in dem Store nach MAX sucht, bekommt stattdessen den Messenger Telegram angezeigt, gegen den die russische Regierung zuletzt restriktive Maßnahmen ergriffen hatte. 

Nutzer von Apple-Geräten erhalten nun keine Benachrichtigungen mehr von MAX über neue Nachrichten und Anrufe. Die Nachrichten selbst werden jedoch zugestellt und alle Funktionen bleiben verfügbar, teilte der Pressedienst des Messengers mit.

"Das MAX-Team steht in Kontakt mit Apple, wir tun alles, damit alle Dienste wieder wie zuvor funktionieren. Wir entschuldigen uns für die vorübergehenden Unannehmlichkeiten und danken Ihnen für Ihre Unterstützung", heißt es in der Pressemitteilung.

Darin wird empfohlen, "die App von Zeit zu Zeit selbst zu öffnen, um keine wichtigen Nachrichten zu verpassen". Das Team des Messengers empfiehlt zudem, die App nicht zu löschen, da eine erneute Installation nicht möglich sei. "Behalten Sie die App auf Ihrem Smartphone. Sollte sie gelöscht werden, kann sie nicht erneut installiert werden", heißt es in der Mitteilung.

Die Entfernung von MAX aus dem App Store sei ohne Angabe von Gründen erfolgt, erklärte der Leiter des russischen Ministeriums für digitale Entwicklung, Maksut Schadajew. "Wir haben dazu keinerlei Erklärungen oder Begründungen erhalten. Dabei möchte ich kurz daran erinnern, dass die tägliche Nutzerzahl dieser App bereits bei über 60 Millionen liegt und etwa 25 bis 30 Prozent davon Nutzer von iOS-Geräten sind", sagte Schadajew auf dem Internationalen Wirtschaftsforum in Sankt Petersburg (SPIEF).

Mit dieser Entscheidung habe Apple "den Zugang von mehr als 20 Millionen iPhone- und iPad-Nutzern zu den Diensten des nationalen Messengers ohne Angabe von Gründen eingeschränkt", kritisierte der Minister.

Schadajew sprach von "beunruhigenden Faktoren", wenn "globale Big-Tech-Unternehmen in gewisser Weise ihre Marktmacht durch die Einführung solcher Beschränkungen demonstrieren – indem sie unseren Nutzern schlagartig und ohne Erklärung den Zugang zu bereits gewohnten Diensten entziehen". "Dabei handelt es sich nicht um Einzelpersonen, nicht um Zehntausende, sondern um Dutzende Millionen Nutzer. Natürlich wäre es wünschenswert, dass solche Situationen nicht auftreten", betonte er.

MAX kann aber weiterhin über andere App-Stores wie RuStore, Google Play oder Samsung Store heruntergeladen werden. Darüber hinaus ist MAX auch auf der offiziellen Webseite des Messengers verfügbar.

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