Nahost

USA drohen Iran mit unbegrenzter Seeblockade und massivem Wirtschaftsdruck

Die USA drohen Iran mit wirtschaftlichem Druck in bislang beispiellosem Ausmaß. Der Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus ist am Donnerstag auf nur noch acht Schiffe eingebrochen – und der Druck auf die Weltwirtschaft nimmt zu.
USA drohen Iran mit unbegrenzter Seeblockade und massivem Wirtschaftsdruck

Die USA erklärten am Donnerstag, dass sie die Seeblockade gegen Iran unbegrenzt aufrechterhalten könnten. Gleichzeitig wollen sie den wirtschaftlichen Druck auf Teheran weiter erhöhen. Hintergrund sind die ins Stocken geratenen Waffenstillstandsgespräche, ein sinkendes weltweites Ölangebot und zunehmende Spannungen in der Region.

US-Verteidigungsminister Pete Hegseth sagte vor Journalisten, das US-Militär sei in der Lage, dauerhaft eine Marinepräsenz in der Region zu gewährleisten, um die Blockade gegen Iran durchzusetzen. Diese habe dem Land bereits erheblichen wirtschaftlichen Schaden zugefügt.

US-Finanzminister Scott Bessent kündigte am Donnerstag ebenfalls an, dass die USA Iran noch stärker finanziell unter Druck setzen wollten.

"Beobachten Sie diesen Bereich, denn nächste Woche werden weitere Ankündigungen kommen. Wir werden Maßnahmen ergreifen, wie es sie in der Geschichte der wirtschaftlichen Isolation eines Landes noch nie gegeben hat", sagte Bessent in einem Interview mit Newsmax.

Ein vorläufiges Abkommen vom Juni zur Beendigung des Krieges ist inzwischen gescheitert. Iran versucht seinerseits, Druck auf Washington auszuüben, indem es die Kontrolle über die Straße von Hormus nutzt.

Am Donnerstagabend wurden laut der staatlichen Nachrichtenagentur WAM zwei Schiffe der staatlichen Abu Dhabi National Oil Company (ADNOC) beim Transit durch die Straße von Hormus angegriffen. Die Regierung der Vereinigten Arabischen Emirate bezeichnete den Vorfall als iranischen Angriff und verurteilte ihn.

US-Präsident Donald Trump steht innenpolitisch unter Druck, den Krieg zu beenden. Der Konflikt ist in den USA sehr unpopulär. Die hohen Treibstoffpreise drücken auf seine Zustimmungswerte und könnten bei den Kongresswahlen im November die Kontrolle seiner Republikanischen Partei über den Kongress gefährden.

Trump hat wiederholt behauptet, die USA hätten "totale Kontrolle" über die Straße von Hormus. Iran weist dies zurück. Teheran erklärte, es werde die wichtige Wasserstraße nicht wieder öffnen, solange seine Bedingungen nicht erfüllt seien. Dazu gehören die Aufhebung der Wirtschaftssanktionen sowie die Freigabe eingefrorener iranischer Vermögenswerte.

Der Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus ist am Donnerstag auf acht Schiffe zurückgegangen. Zum Vergleich: Im Zehn-Tage-Durchschnitt waren es etwa zwölf Schiffe, vor Beginn des Krieges dagegen 130 bis 140 Schiffe. 

Der Druck auf die Weltwirtschaft nimmt zu. Die Internationale Energieagentur (IEA) prognostizierte am Mittwoch, dass das weltweite Ölangebot in diesem Jahr um 4,3 Millionen Barrel pro Tag oder rund 4 Prozent zurückgehen werde. Noch vor einem Monat hatte die IEA einen Rückgang um 3,7 Millionen Barrel pro Tag prognostiziert.

Die Ölpreise schlossen am Donnerstag mehr als 2 Prozent niedriger, nachdem sie zuvor eine Woche lang gestiegen waren. Anleger konzentrierten sich auf Anzeichen einer schwächeren weltweiten Nachfrage sowie auf einen deutlichen Anstieg der US-Rohöllagerbestände.

Berichte, wonach die von Iran unterstützten Huthi im Jemen eine Raffinerie des saudischen Ölkonzerns Saudi Aramco mit Drohnen angegriffen haben sollen, sorgten jedoch für Unruhe an den Märkten. Damit wuchsen erneut die Sorgen vor einer Ausweitung des regionalen Krieges.

Ökonomen weltweit prognostizieren infolge des Krieges einen deutlichen Rückgang des weltweiten Wirtschaftswachstums und möglicherweise eine Rezession in einigen Regionen. Sie warnen, dass die wirtschaftlichen Folgen noch schwerwiegender werden könnten, wenn der Krieg nicht bald beendet wird.

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